Erkundung Freiberger Mulde am 14.01.2016

Ziel:   Ermittlung der Befahrbarkeit eines rund 12 km langen Abschnittes der Freiberger Mulde bei einem (gegenüber NQ) erhöhten Abfluss

Die Freiberger Mulde soll als Pilot-Gewässer für erste Versuche mit dem bootgestützten Messsystem dienen. Hierzu soll insbesondere der etwa 12,3 km lange Abschnitt zwischen den Pegelmessstellen „Nossen 1“ und „Mahlitzsch“ auf Eignung als Teststrecke überprüft werden. Bei einer ersten Erkundung am 24. September 2015 wurden bei Niedrigwasserführung (NQ) zahlreiche mögliche Problemstellen erkannt. Diese sind vor allem durch z. T. sehr niedrige Wasserstände gekennzeichnet. Um sinnvolle Versuche mit dem Messboot durchführen zu können, ist es erforderlich, dass möglichst zusammenhängende Teilabschnitte existieren, auf denen ausreichende Abflussbedingungen herrschen. Da dies bei den vorliegenden Verhältnissen nicht beobachtet werden konnte, wird eine Befahrung auf dem betrachteten Abschnitt bei Niedrigwasserführung als nicht zielführend erachtet.

Infolge mehrerer Niederschlagsereignisse zu Beginn des Jahres 2016 kam es zu einem Anstieg des Wasserstandes, welcher in etwa jenem bei mittlerem Abfluss (MQ) an den beiden Messstellen entsprach. Am 14.01.2016 erfolgte eine erneute Erkundung, bei der der Gewässerabschnitt genau begutachtet und mögliche Problemstellen protokolliert wurden. Im Folgenden sind die Wasserstände für verschiedene Abflussverhältnisse sowie zum Zeitpunkt der Erkundung aufgelistet.

Messstelle Nossen 1 Mahlitzsch
Wasserstand bei Niedrigwasserabfluss (NQ) [cm] 37 58
Wasserstand bei mittlerem Abfluss (MQ) [cm] 66 88
Wasserstand bei Hochwasserabfluss (HQ) [cm] 208 278
Wasserstand 14.01.16 [cm] 75 88

Gegenüber der ersten Erkundung konnten Verbesserungen hinsichtlich der Gewässerdurchgängigkeit  festgestellt werden. Die folgenden Abbildungen zeigen bespielhaft den Vergleich einer Problemstelle unweit der Kreuzung Erzweg/ Äußere Wehrstraße in Striegistal.

Flacher Abschnitt bei Niedrigwasser (24.09.15)

Flacher Abschnitt bei Niedrigwasserabfluss (24.09.2015)

Flacher Abschnitt bei mittlerem Abfluss (14.01.2016)

Flacher Abschnitt bei mittlerem Abfluss (14.01.2016)

Vom Wasserstand unberührt bleiben sechs Wehre und sonstige Überfälle auf dem Gewässerabschnitt, welche in keinem Fall vom Messboot passiert werden können und somit ein Umtragen erfordern. Hinzu kommen noch immer etwa 20 flache Stellen, an welchen eine Überfahrt behindert werden könnte.

Sohlschwelle am Stadtbad Roßwein

Sohlschwelle am Stadtbad Roßwein

Unterhalb der Ortschaft Roßwein führt die Landestalsperrenverwaltung Sachsen derzeit eine Sedimentberäumung auf etwa 1.500 m Länge durch. Während dieser Phase wird der Gewässerabschnitt nicht bzw. nur teilweise mit dem Messboot befahrbar sein. Die Arbeiten sollen während des II. Quartals 2016 abgeschlossen werden.

Sedimentberäumung Roßwein flussabwärts

Sedimentberäumung Roßwein flussabwärts

Fazit:   Bei Wasserständen im Bereich des mittleren Abflusses kann ein Einsatz des Messbootes auf Teilabschnitten erfolgen, wobei der längste etwa 1.300 m beträgt. Um einen größeren, zusammenhängenden Abschnitt ohne die Notwendigkeit des Umtragens von flachen Stellen untersuchen zu können, sollte entweder ein noch höherer Wasserstand abgewartet oder ein möglicherweise geeigneterer Abschnitt unterhalb der Pegelmessstelle Mahlitzsch in Betracht gezogen werden.

Der erkundete Gewässerabschnitt kann mit allen erfassten Problemstellen in unten stehender Karte nachvollzogen werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.